
Antike und Römisches Reich haben zahlreiche Spuren in den Abruzzen hinterlassen, und wer durch das Hinterland zwischen Küste und Apennin fährt, bekommt ein mittelalterliches Städtchen nach dem anderen zu Gesicht, das verträumt und wehrhaft zugleich auf einem der grünen Hügel thront.
Wer sich für die bewegte Geschichte der Region interessiert, stößt überall auf kunsthistorische Schätze und archäologische Überreste: ob in Penne im Norden und Ovids Geburtsstadt Sulmona am westlichen Rand der Majella mit ihren sehenswerten historischen Zentren, oder der Provinzhauptstadt Chieti, die als eine der ältesten Siedlungen Italiens gilt, um nur drei Beispiele zu nennen.
Sehenswerte Museen in den größeren Städten
In Chieti befindet sich auch das berühmte Museo Archeologico d'Abruzzo, das den berühmten Krieger von Capestrano beherbergt. Die Grabstatue aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. wurde 1934 in der Provinz l'Aquila freigelegt, gilt als der bedeutendste vorrömische Fund der Abruzzen und ist das Wahrzeichen der Region. Ein Bild des Kriegers ist auf der Website des Museo Archeologico d'Abruzzo zu sehen:
Il Museo Archeologico d'Abruzzo"
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Das Museo Nazionale d'Abruzzo ist in der Hauptstadt Aquila, in einer das Stadtbild beherrschenden Burg aus dem 16. Jahrhundert untergebracht. Und wer dem Dichter Gabiele D'Annunzio auf die Spur kommen will, kann in Pescara in seinem als Museum umgestalteten Geburtshaus auf die Suche gehen.
Regionale Kultur in den kleinen Städten
Es sind vor allem die kleinen und weniger bekannten Städtchen, die ihren authentischen Charme aus vergangenen Zeiten versprühen, wie etwa das südlich von Chieti gelegene Guardiagrele, das berühmt für sein Schmiedehandwerk ist. Im 15. Jahrhundert war hier der große und berühmte Kunstschmied Nicola da Guardiagrele tätig, sein bekanntes silbernes Antependium ist im Dom von Teramo zu bewundern.
Wer nach Pennapiedimonte und Pretoro südlich von Chieti kommt, kann eine einzigartige Architektur bewundern: Die beiden Städtchen sind - Wespennestern gleich - an die steilen Hänge der östlichen Ausläufer des Majella-Gebirges geklebt, und auf ihren düsteren und engen Gassen und Treppen wird jeder Besucher in das Mittelalter zurückversetzt. Wer Mitte August in der Gegend ist, sollte nach Pretoro fahren: Während der "notti di San Lorenzo" ist das ganze Städtchen mit Fackeln beleuchtet und die Besucher können ein reichhaltiges Angebot an pretoresischen Spezialitäten verkosten.
Die Kultur der Abruzzen ist von zahlreichen weiteren traditionellen Volksfesten geprägt, die meist zu Ehren eines Schutzheiligen gefeiert werden. Wohl nicht Jedermanns Sache aber eines der berühmtesten Feste der Region ist das Fest der Schlangenjäger, "la festa di serpari", in Cocullo bei Sulmona (AQ). Jahr für Jahr strömen am ersten Donnerstag im Mai tausende Schaulustige in das kleine Städtchen. Geehrt wird mit der Schlangenprozession der heilige Domenico, Schutzpatron der Tiere. Ebenso beeindruckend, jedoch bei Touristen wenig bekannt ist die "festa delle farchie" am 16. Januar in Fara Filiorum Petri (CH). Die Bewohner richten mehrere Meter hohe Fackeln, die aus Schilf hergestellt werden, auf dem Vorplatz der Kirche auf, um mit Anzünden dieser Giganten dem Feuerheiligen Sant'Antonio Abate zu gedenken. Mehr Informationen unter www.farchie.it
(nur in italienischer Sprache).

